Die Berliner Luft

Wer in die Hauptstadt der Bundesrepublik Deutschland, nach Berlin, fährt oder sogar dort seine Zelte aufschlagen möchte, wird sich möglicherweise vorab über das Klima im Berliner Raum informieren wollen, denn es unterscheidet sich doch deutlich vom Klima auf den Nordseeinseln oder vom Freiburger Klima. Die Stadt Berlin liegt in einer gemäßigten Klimazone und auf einer gedachten, von Südwest nach Nordost verlaufenden Linie zwischen einem maritimen und einem kontinentalen Klima. Die durchschnittliche Jahrestemperatur beträgt etwa 9 Grad Celsius und das mittlere jährliche Niederschlagsvolumen liegt bei 580 l auf den Quadratmeter. Der Juli und der August sind dabei die wärmsten Monate des Jahres mit jeweils etwa 18 Grad Celsius im Schnitt. Die vorherrschen Windrichtungen in Berlin werden von südwestlichen und nordwestlichen Luftströmungen vorgegeben. Dabei wird gut durchmischte saubere Luft maritimen Ursprungs heran transportiert. Die Winde im Winter wehen meist mit deutlich höheren Geschwindigkeiten als im Sommer. Den Perioden mit vorrangig westliche Winden stehen aber auch ganz deutliche Perioden mit Luftströmungen aus Ost und Südost gegenüber. Hierbei handelt es sich um Luftmassen kontinentalen Ursprungs, die meist sehr trocken und im Winter sehr kalt, im Sommer sehr warm sind. Diese Wetterlagen waren bis in die 80 er Jahre des vergangenen Jahrhunderts kennzeichnend für Situationen, die Smog-Alarm auslösten. Da diese östlichen Luftströmungen bei Hochdruckwetterlagen auftraten, war die austauscharme Witterung nicht in der Lage, die produzierten Abgase aus Hausbrand und Autoverkehr abzutransportieren. Da kaum noch mit Kohle geheizt wird und die modernen Fahrzeuge über Filter verfügen, ist dieses Problem kaum noch wahrnehmbar.

Da die Höhenunterschiede innerhalb des Stadtgebietes vernachlässigbar sind, ergibt sich bei allen Wetterlagen ein homogenes Stadtklima. Nur in den Bezirkszentren und in der City kommt es zu spürbaren Temperaturunterschieden zu größeren innerstädtischen Freiflächen und zu ausgedehnteren landwirtschaftlich genutzten Flächen im Umland. Da Berlin mit über 40 Prozent seiner Gesamtfläche einen ausgesprochen hohen Grünflächenanteil hat, ist die Luftqualität im Vergleich zu anderen europäischen und außereuropäischen Metropolen sehr gut, da sehr viel Staub aus der Luft herausgefiltert wird und die Pflanzen zusätzlichen Sauerstoff freisetzen. Diese wurde ja bekanntermaßen schon in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in dem Lied “Das ist die Berliner Luft” besungen.